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(lifepr) Achern, 16.06.2008 - Die Weinblüte ist für die Winzer immer hochspannend. Wie verläuft sie, wie wird der neue Jahrgang? Erste Prognosen werden möglich. Gerhard Hurst, Präsident des badischen Weinbauverbands: "Wir sind sehr zufrieden. Der Austrieb begann am 2. Mai und war sehr gleichmäßig. Die Reben zeigen ein gutes Wachstum, und die Blüte ist nahezu abgeschlossen."

Alles beginnt mit dem Austrieb. Bereits Jesus benutzte das Gleichnis: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Im Winter schneidet der Winzer die Rebe bis auf einen oder zwei Triebe zurück, die er im modernen Weinbau am Draht befestigt. Über die Zahl der belassenen Knospen lässt sich die Menge regulieren. Je Knospe wächst ein Trieb nach oben, mit meist zwei oder drei kleinen Fruchtansätzen, die wie Minitrauben aussehen und bei den Winzern Gescheine heißen. Anfang bis Mitte Juni folgt die Blüte. Sie ist zwar unscheinbar, gibt aber schon manchen Aufschluss über die Menge des kommenden Jahrgangs. Wie viele Fruchtkonten ergeben Beeren? Manche fallen ab. Der Winzer nennt das Verrieseln, woher sehr wahrscheinlich der Name Riesling stammt. Geringere Menge bedeutet tendenziell bessere Qualität, wenn bei größerer Menge nicht ausgedünnt wird.

In diesem Frühjahr begann der Austrieb etwas später, verlief aber sehr rasch, und die Reben holten durch die feuchtwarme Witterung auf. Der Blütezeitpunkt lag im Vergleich nur wenig später, fast normal.

Insgesamt zeigt sich die Menge nicht überbordend. Ein Blick in die Regionen: Ernst Heitlinger vom Weingut Heitlinger im Kraichgau: "Austrieb und Eisheilige waren problemlos. Die regnerische und kühle Witterung zieht die Blüte etwas hin, aber die Burgunder mögen es ohnehin nicht so warm." In der Ortenau sieht die Baden-Badener Winzergenossenschaft kaum Verrieselungsschäden und geht von einem mengenmäßig normalen Ertrag aus. Markus Ell, Geschäftsführer der Oberkircher Winzergenossenschaft, die zusammen mit der Winzergenossenschaft Waldulm eigens nur für die Winzerberatung den Qualitätsmanager Frank Männle beschäftigt, teilt mit: "Die wechselhafte Witterung während der Blüte wird voraussichtlich zu etwas kleineren Trauben führen. Denn die Rebe bildet so weniger Kerne pro Beere. Dadurch sind geringere Mengen zu erwarten, durch die kleineren Beeren aber eine bessere Reife und tendenziell eine gute Weinqualität, mit schöner Farbausbeute bei den Spätburgunder Rotweinen. Wir freuen uns!" Das Durbacher Weingut Andreas Männle beobachtet generell einen etwas geringen Fruchtansatz , "so dass hinsichtlich der Qualität mit einem perfekten Auftakt für das Weinjahr 2008 gerechnet werden darf." Vom Kaiserstuhl meldet Martin Schmidt, Weingut Friedrich Kiefer in Eichstetten: "Der Traubenansatz ist nicht sehr üppig, allerdings zeigen sich die einzelnen Gescheine recht langgestreckt." Auch das Weingut Leopold Schätzle, Endingen, ist sehr zufrieden: "Wir beobachten ein wenig Verrieselung, aber dann werden die Trauben nicht so kompakt, was gut ist, und die Reben sind trotz der feuchten Witterung sehr gesund." Im badischen Markgräflerland bemerkte Michael Zotz vom Weingut Julius Zotz in Heitersheim: "Das Wetter bremst etwas, es wird einige Verrieselungen geben, aber das ist eher positiv." Die Winzergenossenschaft Laufen, sowie der Weinkeller Ehrenkirchen äußerten sich ebenfalls zuversichtlich und sehen einem guten Herbst entgegen.

Geschäftsführer Thomas Basler von der Winzergenossenschaft Auggen: "Die Verzögerung durch das zur Zeit kühlere Wetter ist gut, dann beginnt die Lese auch nicht so früh, wenn es noch sehr warm ist. Eine kühlere Witterung im Herbst und eine spätere Lese bringt mehr Finesse in die Weine

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